Die Besinnlichkeit und eine Bilanz

Anfang der Neunziger hatte ich das erste Jahr hinter mich gebracht und meine Sprachkenntnisse etwas vertieft. Allmählich gewöhnte ich mir an, zuhause deutsch zu sprechen. Es nützte ja nichts.

Ich fügte mich in mir noch fremd gebliebene Traditionen ein, schob mich mit einer Laterne durch eine Masse Großgewachsener, die mir den Blick versperrten. Damals verwechselte ich noch gelb mit Geld, als Eselsbrücke war mir das bekannte Gold dienlich gewesen. Auch sagte ich nicht mehr Ballspiel, wenn das Beispiel gefragt war.
Dass ich die auf Knopfdruck Verrücktgewordenen in ihren bunt geschmückten Wagen „Kamele“ entgegen zu rufen hatte, sollte nicht dazu beitragen, dass aus mir ein Karnevalist wurde.

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BadM #3

Wochen, fast Monate, vergingen ohne eine Reaktion von Dir. Ich habe keine Ahnung, was meine Zeilen bei Dir bewirkten und es interessiert mich fast weniger als die Tatsache, dass ich abermals ignoriert werde. Ist dieser Gedanke nicht ebenso selbstsüchtig wie Dein jahrelanges Verhalten mir gegenüber?

Es besteht die Möglichkeit, dass ich diese Art der Selbstsucht ein wenig als kleine Rache genieße. Klar verhalte ich mich passiv-aggressiv. Du würdest es doch keine Sekunde aushalten, brächte ich meine wütende Analyse über Dich. Ich bin nicht auf Zerstörung aus.

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